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Hundegesetz

Probleme beim neuen Hundegesetz

Es sei festgehalten, dass der Begriff "Kampfhund" sachlich nicht richtig ist.

Im historischen Sinne wurden Hunde im Kampf gegen Artgenossen - also Hunde und nicht gegen Menschen eingesetzt.

Kampfhunde kommen in eher kleineren kriminellen Szenen vor und nicht im Wohnzimmer oder den Gärten der durchschnittlichen Hundehalter.

Um das Problem mit einigen wenigen als gefährlich einzustufenden Hunden in den Griff zu bekommen, schien es dem Gesetzgeber die einfachste Lösung zu sein eine "schwarze Liste" zu erstellen.

Anstatt bestimmte Rassen damit zu diskriminieren, hätte die Definition eher lauten sollen: gefährlicher, auffälliger Hund, quer durch alle Rassen und Gesellschaftsschichten.

Eine Gefahr geht eher aus

durch Hundehalter wenn:

* zwischen Mensch und Hund unklare Rangverhältnisse herrschen. Der Hund sollte innerhalb der Familie der Rangniedrigste sein. Ist dies nicht der Fall, hat der Hundehalter seinen Hund nicht unter Kontrolle. So ein Hund ist potentiell gefährlich.
* der Hundehalter hat Freude daran einen gefährlichen Hund zu haben. Er trifft sogar Maßnahmen, den Hund gefährlich zu machen.

durch Störungen in der Entwicklung des Verhaltens beim Hund:

* etwa durch fehlenden sozialen Reiz (Sozialisierungsphase wichtig!). Ein Hund sollte mit gleichaltrigen Hunden aufwachsen, Kontakt haben, und eine Hundeschule besuchen.
* durch räumliche Beengung und reizarme Haltung (alleine im Zwinger).
* bei Fehlprägungen durch den Besitzer (ständiges Schlagen, psychisches Trauma, Angstbeißer).
* durch das ständige Üben zur Schärfe am Mann.

Die willkürliche Auflistung einiger Hunderassen als Kampfhund ist gegenüber allen anderen Hunderassen und Mischlingen diskriminierend, und somit ein Verstoß gegen das Recht der Gleichbehandlung.

Ein Gutachten der veterinärmedizinischen Uni Wien (von Prof. Stur-Sommerfeld), hier als pdf-Datei downloadbar (171 kB), besagt, ... dass von Hunden ausgehende Gefahren unabhängig von der Rasse sind, somit ist es nicht möglich, per Gesetz Rassen zu bestimmen, von denen eine besondere Gefährlichkeit ausgeht.

Dazu kommt die fragwürdige Untersuchung durch den Arzt wie ...

... klinische Untersuchung, Größe, Körpergewicht, Seh- und Hörvermögen, Taubheit, Kreislauffunktionen, Beweglichkeit der Extremitäten, Alkohol-Drogen-Medikamentensucht, psychologisches Screening, sowie die Empfehlung:

Der Besitzer sollte mindestens das doppeltes Gewicht des Hundes haben (stellt eine Diskriminierung von Frauen und Menschen mit geringerem Gewicht dar).

Die Körpergrße sollte mehr als die Länge des Hundes sein (beim Aufrichten des Hundes darf der Hund nicht größer sein), stellt eine Diskriminierung von kleineren Menschen dar.

Ein Arzt alleine, ohne sachkundige Beziehung zum Hundewesen (der Kynologie), tierärztliche Kenntnisse, zoologisches Wissen und Kenntnisse über Verhalten der Hunde kann nicht in der Lage sein, die im Gesetz geforderte psychische und physische Eignung zum Halten und Führen eines Hundes hinreichend zu beurteilen.

Bewilligungspflicht:

Die Bewilligung zum Halten und Führen genannter Rassen wird erteilt an

Personen die eigenberechtigt (volljährig) sind, man darf also erst ab dem 18. Lebensjahr solche Hunde führen. Zudem müssen die Personen als zuverlässig beurteilt werden (Strafregisterauszug), sowie physisch und psychisch als geeignet erscheinen.

Ein vom Amtstierarzt als bissig bekannter Hund ist ebenso bewilligungspflichtig.

Wer o.g. Hunde erwerben will, muss vorher Bewilligung holen!! (Was passiert, wenn Hund vor Erwerb stirbt oder nicht erhältlich wird, Kosten rückerstattet?)

Nicht-Hundebesitzer sind mit dem Gesetzt nicht konfrontiert, daher unwissend über die vorherige Bewilligung.

Tierärzte und Personal (stat. Patienten oder in Tierkliniken)

Bewilligungspflicht für alle Rassen und Mischlinge?

Gutachten des Tierarztes:

Mischlinge:

Keine Beurteilung ( Gutachten ) durch Tierärzte möglich!

Blutuntersuchung nicht möglich, welche Rassen im Mischling steckt. Beurteilung nur auf Basis äußerer Merkmale (sehr hohe Fehlerquelle!), Tierbesitzer melden daher nur mehr Mischlinge an

Befreiung vom Leinen- und Maulkorbzwang:

Lt. Gesetz nur durch Tierarzt möglich, welcher Tierarzt kann aber durch ein Gutachten bestätigen, dass ein Hund nach Ausstellung seines Gutachtens doch bissig also gefährlich ist oder wird? Wer haftet für sein „Fehlurteil“, falls Hund doch beißt und Schaden anrichtet?

Ablehnung dieser Verantwortlichkeit durch die Tierärzte

Gesundheitliche Untersuchung nur möglich, ob Hund nicht krank ist, das ev. Aggressionen auslösen könnte:

Akute – chronische Schmerzzustände

Erkrankungen im Zentralnervensystem

Vergiftungen

Epilepsien

Hormonstörungen

Bissverletzungen - Bewilligungspflicht:

Ursachen von Bißverletzungen:

• Opfer betritt Territorium des Hundes (Territorialverteidigung)

• Opfer läuft vor dem Hund davon (Beutefang)

• Opfer fährt mit dem Fahrrad am Hund vorbei (Beutefang)

• Opfer unterschreitet die kritische Distanz des Hundes - Hund fühlt sich bedroht (Verteidigung)

• Opfer fügt dem Hund Schmerzen zu (Verteidigung)

• Opfer nimmt dem Hund sein Futter weg (Dominanzverhalten)

• Opfer verdrängt den Hund von einem Vorzugsplatz z.B. Sofa oder Bett (Dominanzverhalten)

Unfallursachen:

• Fehlerhaftes Verhalten des Tierbesitzers

• Keine ausreichende Ausbildung des beißenden Hundes

• Hund ist nicht angeleint

Vermeidung solcher typischer Unfallsituationen stellt somit eine sehr wirksame Schutz- und Präventivmaßnahme vor Hundebissen dar.

Woran erkennt man aber nun einen gefährlichen Hund.

Grundsätzlich einmal daran, dass er bereits einmal oder mehrfach durch aggressives Verhalten aufgefallen ist. Hunde sind, wenn sie gefährlich sind, Wiederholungstäter.

Wer kontrolliert, wie oft Hund gebissen hat, Erfassung dieser gefährlichen Tiere nur durch amtl. gemeldete Bissverletzungen möglich.

Wer definiert die Gefährlichkeit (Tierärzte, Amtstierarzt), ab wann ist der Hund gefährlich, sodass er bewilligungspflichtig wird?

Leinenzwang:

Ständiger Leinenzwang ist keine artgerechte Haltung, Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Einschränkung der Freiheit und Bewegung

Förderung der Aggressivität durch herabgesetzte Reizschwelle (Hund fühlt sich an der Leine beim Besitzer stärker)

Kann nicht genügend ausweichen wenn Gefahr (z.B. anderer Hund der frei herumlaufen darf) droht

keine Sozialisierung unter den Artgenossen möglich

Anteil von Bissvorfällen mit Hunden durch generellen Leinenzwang steigt eher als sinkt,

besonders Gefahr in der Familie durch unausgeglichenen Hund

Nach Erwerb von „Gutachten“ erst möglich, Hund frei von Leine/Maulkorb außerhalb der Gemeinde frei laufen zu lassen.

Maulkorbzwang:

Thermoregulation gestört:

Im Sommer Hitzestau, in den Maulkörben keine ausreichende Ventilation möglich (das ausreichende Öffnen des Maules, Hecheln), für sehr große Rassen z.B. Bordeaux Doggen keine geeigneten Maulkörbe erhältlich, Maulschlinge daher notwendig. Ventilation nur durch Nase möglich !-> Hitze und Kreislaufkollaps

Gefahr bes. bei älteren und kreislaufkranken Hunden

Passform: Scheuerstellen, offene Druckstellen bei nicht passendem Beißkorb bei ständigem Tragen

Verhaltensphysiologische Aspekte nicht für Hund erkennbar (Mimik nicht interpretierbar, daher Missverständnisse vorprogrammiert -> Rauferei)

Schnüffeln massiv eingeschränkt

Wer Hund ohne Bewilligung hält – dem droht die behördliche Abnahme

Was passiert mit abgenommenen Hunden?

Wer übernimmt Hund? Behörde, Gemeinde Bürgermeister

Wohin kommt Hund? Tierheime voll, nimmt unnötig Platz weg für Hunde,

die es nötiger haben, eine Unterkunft zu erhalten

Ist die Unterbringung für die 6 Monate artgerecht?

Auslauf, Bewegung – wer geht tgl? Wochenende-Feiertage?

Was passiert, wenn eine Seuche ausbricht (Parvoinfektion, Zwingerhusten)

Was passiert bei einer akuten Erkrankung – Magendrehung?

Trächtige Hündin in Zwingerhaltung, was passiert bei Wurf?

Wurfbetreuung – wer führt sie durch?

Welpen in der Prägephase Zwingerhunde!!! mit all den neg. Konsequenzen

Zwingerhaltung für 6 Monate – Steigerung des aggressiven Verhaltens

Hund nicht vermittelbar – Konsequenz Euth.!

Was passiert mit Hunden, die sich von Anfang an nicht angreifen lassen? Wer betreut diesen Hund 6 Monate lang?

Alternative zum Gesetz Verbesserungsvorschläge:

Was kann man noch tun

Dazu sind aber nicht nur die Gesetzgeber gefragt sondern in erster Linie jeder einzelne Hundebesitzer

· Durchgehende Kennzeichnung aller Hunde, im Idealfall durch Mikrochip. Damit ist die Registrierung und Überwachung auffällig gewordener Hunde erleichtert. Ein weiterer Vorteil, dass Hunde nicht mehr einfach ausgesetzt werden können und verloren gegangene Hunde ihren Besitzern wieder zurückgebracht werden können.

• Sachkundenachweis für Hundehalter.

Information vor dem Hundekauf durch Tierärzte und Rassezuchtverbände, allenfalls vorgeschriebene Schulungen für Besitzer von auffällig gewordenen Hunden, unter Umständen sogar eine grundsätzliche Pflicht für einen Sachkundenachweis für Hundehalter könnten ebenfalls helfen, das Risiko zu mindern

Hundebesitzer (und auch Familienangehörige) sollten im ersten Jahr des Hundes z.B. Kurse besuchen (Unterordnung - Grundkurs für die Hunde, theoretische Kurse für Tierhalter), Besitzer lernt Umgang mit Hund unter prof. Aufsicht, Fehler können schon früh erkannt und beseitigt werden, wirkl. aggressive Hunde können frühzeitig ausselektiert werden, angemessene Auflagen können so individuell auferlegt werden.

· Gesundheits- und Wesenstest für Zuchthunde. Das ERVIP-Programm (http://www.ervip.tierarzt.at) ist eine tierärztliche Initiative, die Zuchtverbänden und Züchtern rassespezifische standardisierte Untersuchungen anbietet, wobei Welpen, die aus untersuchten und gesunden Elterntieren stammen und selber untersucht und gesund befundet worden sind, mit einem tierärztlichen Gütesiegel, dem ERVIP (Erb-Vital-Pass) ausgezeichnet werden.

Gedanken über Hundeführerschein vom ÖKV :

3 Säulen:

1. Sachkunde des Hundehalters
2. Gehorchsam des Hundes gegenüber dem Tierhalter
3. Sozialverträglichkeit des Hundes (nachgestellte Alltagssituationen)

Wer keinen Hundeführerschein innerhalb des ersten Jahres mit seinem Hund macht, der muss gesetzlich mit all den Auflagen belangt werden können. Nach erfolgreicher Prüfung kann Lockerung der Sanktionen erfolgen. Sonst Maulkorb- oder Leinenzwang.

Unbedingter Nachweis über eine Haftpflicht mit genügend hoher Deckungssumme im Schadensfall.

Gedanken über ein einheitliches Untersuchungsschema (Gefährlichkeitsindex)

Kastration solcher Hunde wäre wünschenswert, keine Nachkommen mit gleichem Wesen möglich, meistens junge unkastrierte Rüden an Bißverletzungen beteiligt

 

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