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Die Winterruhe

Die Winterruhe ist ein physiologischer Vorgang und keine Kältestarre, sie muss daher eingeleitet werden. Unsere Heimschildkröten brauchen nicht unbedingt diese Winterruhe, wenn die Tiere noch im Spätherbst voll aktiv sind, ist es sinnvoller, auf einen erzwungenen Winterschlaf zu verzichten und sie bei normaler Temperatur und Fütterung weiter zu halten. Die Winterruhe währt von Oktober/November bis März/April. Sollten die Tiere schon nach 6 bis 8 Wochen aufwachen, darf man eine weitere Kühlhaltung keinesfalls fortsetzen. Die Tiere werden dann in einen geheizten Raum gebracht, man bereitet ihnen ein lauwarmes Bad, setzt sie unter einen Wärmestrahler und beobachtet, ob sie zu fressen beginnen.

Beim Einsetzen der warmen Witterung werden die Schildkröten durch lauwarme Wasserbäder geweckt, Vitaminbehandlungen durchgeführt und mit der Fütterung begonnen.

Wasserschildkröten überwintern in Aquarien, Plastikwannen und dergleichen. Der Wasserstand darf die Panzerhöhe nicht überschreiten, damit die Tiere den Kopf aus dem Wasser heben können.

Kranke Tiere verweigern die Winterruhe offensichtlich. Sie fallen auch bei 4° C in keine Starre, sodass von einer Überwinterung in solchen Fällen abgesehen werden sollte.

Es gibt drei Arten der Überwinterung: Winterruhe im Freiland, Winterruhe im Keller und im Kühlschrank.

Für die Winterruhe im Freiland legt man etwa 50-60cm tiefe Gruben an, die mit Humus oder einem Sand-Laub-Gemisch gefüllt werden. Nach dem Eingraben der Schildkröte werden die Gruben mit einer dicken Lage Stroh, Laub oder auch Reisig bedeckt. Man kann auch eine Kiste eingraben, die mit einem Drahtgeflecht zugedeckt werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man sich nicht um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit kümmern muss. Leider gibt es auch Nachteile. Man hat keinen Einfluss darauf, das die Tiere beim vorübergehenden Ansteigen der Außentemperatur aufwachen und vielleicht unbemerkt an die Oberfläche kommen können. Man kann sie auch schlechter vor Ratten und Ungeziefer schützen.

Zur Vorbereitung auf die Winterruhe im Keller sollte wie immer der Darm entleert werden. Die Schildkröte wird in Wasser von etwa 30° gebadet, was zum Kotabsatz führt. Anschließend werden die Tiere in eine Kiste aus Holz oder Plastik mit trockenem Laub, Moos oder Torfmoos ( nicht Torfmull ! ) gesetzt und zur Durchlüftung kleine Öffnungen oder Spalten in die Kistenwände geschnitten. Um das Eindringen von Mäusen oder Ratten zu verhindern, soll die Kiste mit Maschendraht abgedeckt sein. Dann wird die Kiste in den frostsicheren Kellerraum bei 2-8° gestellt, die Luftfeuchtigkeit wird durch Besprengen der Füllung mit Wasser konstant gehalten.

Die Winterruhe im Kühlschrank ist dann notwendig, wenn es zum Beispiel an Kellerräumen in Hochhäusern fehlt. Pappschachteln oder Plastikbehälter, die eine Luftzirkulation gewährleisten, werden mit Torfmoos oder Buchenlaub gefüllt und die Landschildkröte darin begraben. Die Temperatur des Kühlschrankes wird auf 4-5° eingestellt. Alle 4-6 Wochen wird der Kühlschrank zwecks Belüftung geöffnet und das Moos oder Laub befeuchtet.

 

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