Cauda-equina-Syndrom (Pferdeschweifsyndrom oder degenerative lumbosacrale Stenose –DLSS)

Tierpraxis Dr. Szabados Cauda-equina-Syndrom (Pferdeschweifsyndrom oder degenerative lumbosacrale Stenose –DLSS)

Als cauda equina (lat. Pferdeschweif) wird der hinterste Rückenmarksteil mit dem daraus entspringenden Nervenbündel bezeichnet. Diese versorgen die Schwanzmuskulatur, einen großen Teil der Hinterextremitäten und steuern auch zum Teil den Harn- und Kotabsatz. Die einzelnen Nervenwurzeln treten durch die Zwischenwirbellöcher aus dem Wirbelkanal. Bei Einengung des Wirbelkanals und der Zwischenwirbellöcher zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein durch einen etwaigen Bandscheibenvorfall, durch bindegewebige oder knöcherne Anlagerungen (degenerative Einengung im Lendenwirbelkanal bzw. Kreuzbein =DLSS) oder auch durch Absenkung des Kreuzbeines kommt es zur Kompression dieser Nervenwurzeln und die damit verbundenen neurologischen Ausfallserscheinungen. Gerade der Übergang vom letzten Lendenwirbel zum Kreuzbein ist im Vergleich zur restlichen Wirbelsäule sehr beweglich, und ausgerechnet hier ist der biodynamische Punkt, wo die Kraft von den Hinterbeinen  beim Schub nach vorne übertragen wird.

Betroffen sind vor allem große Rassen, am häufigsten der Deutsche Schäferhund, wobei zu berücksichtigen ist, dass diese Rasse statistisch unter den großen Rassen am weitesten verbreitet ist.

In der Regel treten die ersten klinischen Symptome ab dem 4. bis 5. Lebensjahr auf, selten erkranken auch jüngere Hunde. Die klinischen Symptome entwickeln sich meistens sehr langsam, über Wochen bis Monate.  Die Patienten zeigen in erster Linie Schwierigkeiten und Schmerzen beim Aufstehen, können nicht mehr von alleine in das Auto springen, verweigern den Gehorsam bei Hindernissen, zeigen Abwehrbewegungen beim Anfassen an der Kruppe, die Haare sind im Falle oft gesträubt und haben Schmerzen beim Aufbiegen der Rute. Dies alles sind Bewegungen, bei denen der Lendenwirbel-Kreuzbereich stark belastet wird. Im weiteren Verlauf haben die Tiere deutlich Mühe aufzustehen, zeigen beginnendes Zittern der Hinterhand, ein- oder beidseitige Lahmheiten oder gar Lähmungen (dabei werden die Krallen deutlich durch Schleifen der Pfoten deutlich mehr abgenützt), die Rute hängt ohne Tonus häufig herab und die Hunde können später die Kontrolle über den Kot- und Harnabsatz verlieren. Patienten mit derart fortgeschrittenen Veränderungen haben schlechte Aussichten auf Heilung.

An die klinisch-neurologische Untersuchung schließt sich eine Röntgenuntersuchung an. Die endgültige  Diagnose   muss aber mit einer aufwendigen Myelographie (Röntgenkontrastdarstellung   der  Wirbelsäule) oder auch einer Computertomographie (CT)/ Magnetresonanztomographie (MRT) erfolgen.

Je nach Ausprägung der Symptome wird zunächst eine konservative Therapie mit entzündungshemmenden und abschwellenden Injektionen, kombiniert mit Vitamin B versucht. Als letzte Konsequenz bei keiner deutlichen Besserung kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden, mit der Zielsetzung, den Rückenmarkskanal von der Kompression zu befreien (das Dach des Kreuzbeines wird u.a. entfernt). Diese Operation ist aber sehr aufwendig und verspricht  nicht immer den gewünschten Erfolg.