Der Igel als Patient

Tierpraxis Dr. Szabados Der Igel als Patient

Der Igel gehört zu den Insektenfressern und ist ein ganzjährig geschütztes Tier. Er darf daher nicht willkürlich und ohne Grund getötet noch in Gefangenschaft gehalten werden. In Ausnahmefällen ist es selbstverständlich gestattet, verletzte, kranke und hilfsbedürftige Igel aufzunehmen. Sollten sie nun einen verletzten Igel (z.B. auf Straßen durch Autos) finden, bringen sie dieses Tier sofort zu einem Tierarzt. Er stellt zuerst die Schwere der Verletzung fest und entscheidet letztlich über Therapie oder Euthanasie. Sie erhalten dann auch Anweisungen, wie sie das Tier weiter pflegen können. Finden sie im Spätherbst oder zu Winterbeginn ein Jungtier mit weniger als 60 – 70 dag. bzw. mutterlose Säuglinge, müssen dieser über die kalte Jahreszeit durchgefüttert werden. Eine vorherige tierärztliche Untersuchung wäre in diesem Falle auch nicht schlecht, um das Tier von Parasiten, Würmern usw. zu befreien. Sollten sie aber mitten im Winter bei Schneelage und Frost einen herumirrenden Igel finden, unabhängig von seinem Gewicht, ist dieser auf jeden Fall mitzunehmen und zum Tierarzt zu bringen. Unterkühlung und meist hochgradige Abmagerung ist die häufigste Diagnose bei diesen Tieren. Da ihr Findling zu Hause immer hungrig ist, sollten sie gleich mit der richtigen Fütterung beginnen. Praktisch und sehr gut ist Dosenfutter für Hunde und Katzen. Dazu mischen sie in Wasser eingeweichtes Müsli, Nüsse, Rosinen und frisches Obst. Sehr wichtig sind auch Mehlwürmer, da sie der natürlichen Nahrung des Igels entsprechen. Auf keinen Fall dürfen gezuckerte und gesalzene Speisen (Wurst, Brot, Kuchen, rohes Ei, menschl. Speisereste) gegeben werden, ebenso niemals Milch ! Sie führt zu schweren Durchfällen – oft mit tödlichem Ausgang. Nach der Überwinterung bitte den Igel wieder in die freie Natur entlassen, auch wenn der Abschied noch so schwer fällt!