Graupapagei – Federrupfen, Federfressen

Tierpraxis Dr. Szabados Graupapagei – Federrupfen, Federfressen

Selbst Tierärzte mit großer Erfahrung in der Behandlung von Papageien haben wegen der Vielzahl der möglichen Krankheiten und den oft ähnlichen Krankheitsbildern große Schwierigkeiten bei der Diagnosestellung.

Diese zwei „Unarten“ des Federrupfens und Federfressens kommen leider recht häufig vor und stellen nicht selten eine ernstzunehmende „Krankheit“ dar.

Es gibt hier sogenannte Gelegenheitszupfer und Dauerrupfer. Es ist erwiesen, dass vor allem die aufgeweckten Vögel, die zahmen und guten Nachahmer hierzu besonders neigen, während es bei teilnahmsloseren oder nicht zahmen Graupapageien selten der Fall ist. Folgende Gründe kommen in Betracht:

Einmal die große Lufttrockenheit im Zimmer, die vor allem im Winter gegeben ist. Der Graupapagei lebt in sehr feuchten Wäldern und man sollte darum in den geheizten Zimmern mind. 60% oder mehr Feuchtigkeit erreichen. Die Haut des Vogels wird sonst zu trocken und es entsteht eine Art Juckreiz, der dann mehr oder weniger schnell das Zupfen einleiten kann. Mehrere Wasserverdunster an den Heizkörpern sorgen für die nötige Luftfeuchtigkeit.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Langeweile. Der Vogel kommt durch Zufall auf das Zupfen und gewöhnt es sich dann mehr und mehr an. Zur Beschäftigung kann eine Kette, ein Holzstück oder ein starkes Stück Tau im Käfig angebracht werden.

Auch ein zu starker Bruttrieb kann zum Rupfen führen. Es ist dabei gleichgültig, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Ein zweiter Papagei als Partner wäre ideal, aber es ist leicht möglich, dass dieser nicht akzeptiert wird.

Die obengenannten Gründe können auch zum Federfressen führen, dabei beißt sich der Vogel die Federn ab. Oft sind es nur die großen Schwung- oder Schwanzfedern. Die Feder wird durchweg am bluthaltigen Kiel zerbissen, meist bleiben nur die Kiele stecken oder die neuwachsenden Federn werden sofort wieder zerbissen.

Andere Ursachen können auch noch sein: Ektoparasitenbefall, Allergien, Hormonstörungen, Vitamin- oder Mineralstoffmangel, Aminosäuremangel.

Eine mehr oder weniger genaue Diagnose und damit verbunden die sehr schwierige und langwierige Therapie kann nur durch eine exakte Analyse von Fütterung, Haltung und Lebensbedingungen gestellt werden. Als eine sehr wirkungsvolle „Therapie“ erweist sich im Einzelfall die vorrübergehende Weitergabe des Tieres an einen anderen Pfleger.