Verdauungsstörungen beim Graupapagei

Tierpraxis Dr. Szabados Verdauungsstörungen beim Graupapagei

Dysfunktionen der Verdauungsorgane mit der daraus resultierenden Futterverweigerung können sehr schnell zum Tode führen, da Vögel generell einen viel größeren Stoffumsatz haben als Säugetiere. Zu einseitige Fütterung wirkt als begünstigender Faktor bei der Entstehung der Erkrankung. Zur Diagnosestellung sollten auch parasitologische und bakteriologische Untersuchungen des Kotes herangezogen werden.

Kropferkrankungen („Erbrechen“ des Vogels)

Kropferkrankungen bzw. -entzündungen zeigen sich durch Würgen und Herausschleudern („Erbrechen“) von zähen schleimigen Massen, verklebtes Gefieder um die Schnabelregion und oft Atemnot. Es kommen eine Reihe von Ursachen in Frage: Kropfentzündungen durch Bakterien oder Trichomonaden, Fremdkörper, Abszesse und Geschwülste. Nicht selten ist auch eine Fehlgährung im Kropf durch verdorbene, angeschimmelte Nahrung für das „Erbrechen“ verantwortlich.

Darmerkrankungen

Auffallende Symptome sind wässrige, grünliche und auch manchmal blutige Durchfälle. Der vermehrte Flüssigkeitsverlust muss durch erhöhte Wasseraufnahme ausgeglichen werden. Ursache für Darmerkrankungen sind auch hier Bakterien oder Viren, aber auch Leber- und Nierenerkrankungen, Tumore, Fehlfütterung usw. Das Leitsymptom „Durchfall“ kann aber auch harmloser Natur sein, da gerade den Papageien Aufregungen aller Art „auf den Magen schlagen“ können. Bei dünnen Stühlen wird gerne folgendes verordnet: Rotlichtbestrahlung für eine gewisse Zeit, verdünnter Fenchel oder Kamillentee anstelle des Trinkwassers, gekochter Reis (durch Quellfähigkeit flüssigkeitsbindend), Milupa- oder Humana-Heilnahrung in dickbreiiger Konsistenz zusätzlich zum wenigen Körnerfutter.

Auch Endoparasiten führen zu schweren Durchfällen und verursachen Abmagerung, flüssigen Kot, Kotverfärbung, allgemeine Schwäche und verklebtes Gefieder. Die Diagnosestellung ist nur durch eine parasitologische Kotuntersuchung möglich. Der Kot sollte frisch und in einem wasserdichten Gefäß oder in einer Alufolie eingepackt zur Untersuchung gebracht werden. Neben seltenen Protozoeninfektionen (Trichomonaden und Kokzidien) werden bei Papageien Spulwürmer und Haarwürmer gefunden.

Gründliche Säuberung von Futtergefäßen und oft erneuerter Einstreu können die Verbreitung verhindern. Jeder Wurmbefall macht eine Behandlung notwendig, bewährt haben sich Sulfonamide bei Kokzidienbefall, Droncit bei Bandwurm- und Spulwurmbefall.

Sowohl die Diagnosehilfen als auch die kurz gefassten Therapievorschläge können bei den meisten Krankheiten den Besuch beim Tierarzt nicht ersparen.