Ratgeber – Der kranke Leguan

RATGEBER

Der
kranke Leguan

Ernährungsbedingte Gesundheitsstörung

Der
grüne Leguan ist eine hauptsächlich blätterfressende
Echse. Dies bedeutet, dass er sich sehr ballaststoffreich, dabei
aber eiweiß- und fettarm ernährt. Wird diese Ernährungsweise
im Terrarium gestört, d.h. die Tiere erhalten viel Eiweiß
in Form von Fisch, Ei und Hunde-/Katzennahrung aus der Dose, führt
dies zu einer drastischen Erhöhung des Harnsäurespiegels
im Blut. Im Laufe der Zeit kommt es dann zu Ablagerungen von Harnsäuresalzen
in den Nieren, den Gelenken sowie vor allem in der Leber und am
Herzbeutel. Das Resultat ist die Gicht. Diese Erscheinung wird durch
einen gestörten Wasserhaushalt stark begünstigt, tritt
also besonders schnell bei zu trockenen Haltungsbedingungen und
fehlenden Trinkmöglichkeiten auf. Im weiteren Verlauf kommt
es zu einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit, verdickten
Gelenken, abnehmender Nierenfunktion und schließlich zum Tod.
Besonders grüne Leguane neigen zur Gicht, es bestehen nur geringe
Heilungschancen.

Auf
die Bedeutung eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Calcium
( Ca ) und Phosphor ( P ) soll auch hingewiesen werden ( 1 bis 1,5
: 1 ).Wird zu viel P in der Nahrung verabreicht ( Banane, Paprika
Apfel, Melone ), wird Ca aus den Knochen gelöst, die Skelettknochen
werden weich und biegsam. Besonders die Kiefer- und Beinknochen
leiden unter der geringen Festigkeit. Der Organismus versucht dann
die verminderte Belastungsfähigkeit durch eine vermehrte Bildung
von umgebendem Gewebe auszugleichen.

Die
Vermeidung des Problems ist dabei jedoch einfach. Ca läßt
sich kaum überdosieren und sollte stets mit dem Futter verabreicht
werden. Brunnenkresse, Löwenzahn Spinat und Endivie enthalten
viel Ca und können zur Fütterung herangenommen werden.
In ihrem Ca:P-Verhältnis ausgeglichene Futtersorten sind z.B.
Karotten, Kirschen, Kiwis und Mangos. Die effektivste Möglichkeit
zur Sicherstellung einer genügenden Calciumversorgung ist das
Anreichern jeglicher Futtergaben mit Calciumlactat oder -gluconat.
Ist eine Verdickung der Gliedmaßen vorhanden, lässt sich
dies nicht mehr rückgängig machen.

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